Salon
Lendhafen.

 

Forum für Stadtentwicklung.

Der Salon Lendhafen versteht sich als offenes Forum für Stadtentwicklung – ein Ort des Austauschs, der Ideen und des Dialogs über die Zukunft Klagenfurts. In regelmäßigen Podiumsdiskussionen werden aktuelle und relevante Themen der Stadtgestaltung beleuchtet: von urbaner Lebensqualität über nachhaltige Mobilität bis hin zu Fragen der kulturellen Identität und Nutzung öffentlicher Räume.

Fachleute aus Architektur, Politik, Kultur und Zivilgesellschaft bringen dabei unterschiedliche Perspektiven ein und schaffen ein lebendiges Gesprächsklima, das über den Abend hinauswirkt. Ziel ist es, neue Impulse für das städtische Miteinander zu setzen und den Lendhafen als Denkraum und Treffpunkt für eine reflektierte, zukunftsorientierte Stadtentwicklung zu etablieren.

SAVE THE DATE: Dienstag | 21. April 2026 | 19 Uhr

Thema: „Eine Achse, drei Mentalitäten“ – Wien, Graz, Klagenfurt im Vergleich 

Es diskutieren:

Martina Brunner – Geschäftsführung Vienna Club Commission, Wien 

Christina Breuß-Vaterl – Geschäftsführung Radio Soundportal und PPC, Graz

Martina Karulle – stoff agency / ehem. Leitung Kommunikation Stadtmarketing Klagenfurt

Dietmar Tschmelak – Geschäftsführung / Programmleitung Radio Soundportal und Booking PPC, Graz

Im Fokus stehen Fragen wie:

  • Wie unterschiedlich ticken Wien, Graz und Klagenfurt?
  • Zwischen Größe, Szene und Selbstbild: Wer inspiriert wen? 
  • Drei Städte, drei Zugänge – was bringt sie weiter zusammen, und was trennt sie bewusst?
  • Welche Ideen aus Wien und Graz lassen sich in Klagenfurt weiterdenken – und wo braucht es eigene Antworten statt Vorbilder?
  • Wie unterschiedlich gehen Wien, Graz und Klagenfurt mit Kultur und Stadtentwicklung um – und was können sie voneinander abschauen?
  • Welche Rolle spielt die Koralmbahn für Wien, Graz und Klagenfurt – und wie können die Städte diese neue Verbindung für sich und gemeinsam nutzen?
 
 
3. März 2026: Thema: „Der Magistrat – dein Feind und Helfer“

 

Im Fokus stehen Fragen wie:

  • Wie viel Spielraum gibt es innerhalb gesetzlicher Rahmenbedingungen?
  • Wo entstehen Reibungen zwischen Verwaltung und Stadtmacher:innen?
  • Welche Mentalitäten, Routinen und Haftungssorgen prägen Entscheidungen?
  • Und wie kann Verwaltung aktiv Stadtentwicklung mitgestalten?

Es diskutierten:

Julian Geier – Stadtrat Referat Wirtschaft & Tourismus

Ronald Rabitsch – Vizebürgermeister, Referent Stadtplanung

Valentin „Mogli“ Pezzei –  Obmann & Organisator „Urban Playground“ 

Marco-William Ninaus – Teamleiter Regionalredaktion Klagenfurt 


Gesprächsbericht: SALON LENDHAFEN – „Der Magistrat: Dein Feind und Helfer?“

Am 3. März 2026 wurde das DOCK04_THEATER in der Hafenstadt zur Bühne für eine intensive Debatte über Verwaltung, Politik und die Zukunft von Klagenfurt. Unter der Moderation von Michael Pontasch diskutierten Julian Geier, Marco-William Ninaus, Valentin „Mogli“ Pezzei und Ronald Rabitsch über das Spannungsfeld zwischen Magistrat, Politik und Stadtmacher:innen.

Bedauerlicherweise konnte trotz Einladung keine Vertretung des Magistrats für das Podium gewonnen werden.

Verwaltung zwischen Anspruch und Realität

Ronald Rabitsch bezeichnete den Magistrat eingangs als „Kulturproblem“. Es brauche einen grundlegenden Wandel – weg vom Verhindern, hin zum Ermöglichen. Die Politik müsse klare Richtungen vorgeben, denn ohne Führung entstehe Stillstand. Gleichzeitig verwies er darauf, dass 90 Prozent der Mitarbeitenden engagiert und fleißig seien, jedoch fehlende Rückendeckung und Haftungsängste Entscheidungen lähmen würden.

Julian Geier ergänzte, dass es oft an gemeinsamer Zeit und strukturiertem Austausch fehle. Viele Abteilungsleiter:innen hätten gute Ideen, doch Prozesse seien zu schwerfällig. Ein Ampelsystem zur transparenten Projektbewertung könne Außenstehenden helfen, Klarheit zu schaffen.

Bürokratie und fehlende Transparenz

Ein zentrales Thema war die Überreglementierung. Für eine einzelne Veranstaltung im Lendhafen seien bis zu sieben oder acht Behördenwege notwendig – ein Sinnbild für ausufernde Bürokratie.

Rabitsch fordert ein digitales Trackingsystem, das Verfahren transparent macht und Zuständigkeiten klar sichtbar abbildet. Ergänzend brauche es eine Servicebroschüre oder einen Leitfaden: Wer ist wofür zuständig? An wen kann ich mich mit welchem Anliegen wenden?

Einigkeit bestand darin, dass es eine „EINE Stimme nach außen“ brauche – insbesondere für jene, die mit der Verwaltung arbeiten müssen.

Strukturreform und politische Verantwortung

Diskutiert wurde auch die geplante Strukturreform im Magistrat: Eine Reduktion von 22 auf 12 Referate liegt vor, ist jedoch noch nicht beschlossen. Laut Diskussion fehle bislang die politische Zustimmung großer Fraktionen. Eine Umsetzung sei noch heuer geplant.

Rabitsch brachte es pointiert auf den Punkt: „Politik vergeht, Beamtenschaft besteht.“ Gerade deshalb brauche es eine starke politische Führung, die Kurs vorgibt, und eine Verwaltung, die diesen Weg aktiv mitgestaltet.

Kritik an Politik und öffentlicher Wahrnehmung

Valentin „Mogli“ Pezzei kritisierte das gegenseitige Zuschieben von Verantwortung zwischen Politik und Magistrat. Marco Ninaus stellte provokant fest, dass in der Stadt „niemand regiere“ – ein Ausdruck wahrgenommener Führungslosigkeit. Zudem bleibe öffentliche Wahrnehmung häufig an negativen Schlagzeilen hängen, während Potenziale untergehen.

Der Tenor: Klagenfurt verkauft sich unter Wert. Statt Chancen zu nutzen, leide man an einer Art „Inventionitis“ – Probleme würden produziert, statt Lösungen zu ermöglichen.

Identität und Leitidee für Klagenfurt

Aus dem Publikum kam die Frage nach der Identität der Stadt: Wofür steht Klagenfurt? Sportstadt? Kulturstadt? Universitätsstadt? Jugendstadt?

Die Diskussion zeigte: Es fehlt eine klare Leitidee, ein gemeinsames Zielbild. Wo will die Stadt hin? Was wollen wir bewirken? Und wie erreichen wir das?

Gleichzeitig wurde betont, dass man sich schlechter mache, als man sei. Klagenfurt sei bunt, vielfältig und voller Potenzial.

Kulturwandel als Schlüssel

Am Ende stand Einigkeit über die Notwendigkeit eines Kulturwandels:
Mehr Mut. Mehr Stolz. Mehr Gestaltungswille.

Es brauche eine Verwaltung, die gestaltend arbeitet – nicht nur verwaltet. Eine politische Spitze, die Richtung vorgibt. Und einen organisierten Austausch zwischen Abteilungen mit unterschiedlichen Interessen.

Julian Geier betonte, dass die Menschen stolz auf Klagenfurt sein sollen und gemeinsam an der Stadt arbeiten möchten. Mogli brachte es emotional auf den Punkt: „Klagenfurt ist die geilste Stadt!“

Der Abend endete versöhnlich – mit dem gemeinsamen Willen, die Stadt nicht länger unter Wert zu verkaufen, sondern sie selbstbewusst zu gestalten.

ZUM REINHÖREN.

Podcast by Blue Bay Studios.

27. Januar 2026 | 19 Uhr | Thema: Life after dusk. Wie viel Nacht verträgt diese Stadt?

  • Kultur, Clubszene, Kino, Flanieren – Schließt Klagenfurt um NEUN?
  • Wieviel qualitative Unterhaltung nach Sonnenuntergang erlaubt die Stadt ihren Bürger:innen?
  • Die Qualität der Nacht ist ein zentraler Indikator urbaner Qualität.
  • Nachtökonomie ist Wirtschaftsfaktor, Kulturraum und Konfliktzone zugleich. Vergeigen wir die Hälfte des Tages?
  • … den Jungen, den Bürger:innen, den Anrainer:innen? – Wem gehört die Nacht?

Nachtqualität ist Standortqualität! Städte ohne attraktive Nacht verlieren ihre Attraktivität, Tourist:innen,Talente und ihre Jungen!

Städte wie Amsterdam, Berlin oder Zürich werden international nicht nur wegen ihres Nachtlebens wahrgenommen, sondern wegen ihrer bewussten Steuerung der Nacht.

Im Salon Lendhafen diskutieren wir, was eine lebendige Nachtökonomie ausmacht und ob die Nacht gestaltet wird – oder bloß verwaltet.

Es diskutierten:

Julian Geier – Stadtrat Referat Wirtschaft & Tourismus

Victoria Pucher – Vorsitzende der ÖH Klagenfurt

Karin Rauter – Gastronomin, Veranstalterin und 3-fache Mutter

Robert Schabus –  Filme- und Kinomacher

Moderation: Michael Pontasch

DOCK04_THEATER. | Eintritt frei.

Nachbericht:

Salon Lendhafen – Podiumsdiskussion „Life after dusk. Wie viel Nacht verträgt diese Stadt?“
27. Jänner 2026 | Hafenstadt DOCK04_THEATER

Im Rahmen des Salon Lendhafen wurde die Qualität der Stadt Klagenfurt nach Einbruch der Dunkelheit intensiv diskutiert. Ausgangspunkt war die zentrale Frage, welche Rolle Nachtkultur, Gastronomie und kulturelles Angebot für eine Stadt mit rund 105.000 Einwohner:innen spielen – und welche strukturellen Voraussetzungen notwendig sind, um urbanes Leben auch nachts zu ermöglichen.

Ein zentrales Ergebnis der Diskussion war die klare Feststellung, dass eine Stadt wie Klagenfurt qualitatives Entertainment in der Nacht benötigt. Nachtkultur wurde dabei nicht als Luxus oder Randthema verstanden, sondern als wesentlicher Bestandteil urbaner Lebensqualität und als eigenständiger Wirtschaftszweig. Kultur wirkt als Motor für das nächtliche Stadtleben und hat direkte Auswirkungen auf Gastronomie, Tourismus, Verkehr, Arbeitsplätze und die Attraktivität des Standorts insgesamt.

Mehrfach wurde betont, dass es künftig eine stärkere Vernetzung zwischen Kultur, Gastronomie und öffentlich zugänglichen Flächen braucht. Veranstaltungen, Orte und Akteur:innen müssten besser zusammengedacht werden, um nachhaltige Strukturen zu schaffen, anstatt auf Einzelinitiativen angewiesen zu sein.

Kritisch diskutiert wurde die Rolle der Verwaltung. Aus Sicht mehrerer Teilnehmer:innen fehle es aktuell an Wertschätzung und strategischer Unterstützung für Nachtkultur und urbane Initiativen. Statt Entwicklung werde häufig eine reine „Verwaltung des Niedergangs“ wahrgenommen. Daraus leitete sich der Wunsch nach klaren politischen und administrativen Zuständigkeiten ab – etwa in Form eines gemeinsamen Gremiums von Stadt und Land, das sich explizit mit Nachtökonomie, Kultur und Stadtentwicklung befasst.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Bedeutung der Studierenden für das urbane Leben. Sie wurden klar als relevanter Wirtschaftsfaktor und als Träger:innen von Kultur, Konsum und Innovation benannt. Gleichzeitig wurde festgestellt, dass die Kommunikation zwischen Stadt, Kulturszene und Studierenden deutlich ausbaufähig ist.

Mehrfach wurde die Notwendigkeit formuliert, klare Ziele für die Stadt zu definieren: Wo will Klagenfurt hin? Welche Art von Stadt möchte man sein – auch nachts? Ohne Zielbild und langfristige Perspektive sei keine nachhaltige Entwicklung möglich. Dabei brauche es Ausdauer, Energie und den Willen, Prozesse auch über längere Zeiträume konsequent zu verfolgen.

Ein eigenes Themenfeld war das fehlende Mindset für Nachtgastronomie und Nachtkultur. Ohne ein grundlegendes Verständnis dafür, dass Städte auch nachts leben müssen, könne keine Veränderung stattfinden. Konsens war: Ohne Kultur lebt die Stadt nicht.

Als mögliche Instrumente und Ideen wurden unter anderem genannt:

  • die Einführung eines Kultureuros nach dem Vorbild anderer Städte (z. B. Berlin),
  • die Einrichtung eines Night Commissioners oder eines Night Councils, der die Qualität der Nacht strategisch steuert,
  • freie Plakatflächen für junge Kultur- und Veranstaltungsszenen, um Sichtbarkeit niederschwellig zu ermöglichen.
  • die gezielte Nutzung bestehender Freiflächen und öffentlicher Infrastruktur – etwa des Europaparks – um neue kulturelle Formate im Stadtraum zu ermöglichen.

Ein wiederkehrendes Stichwort war Mut: Mut zu neuen Ideen, zu Kooperationen, zu langfristiger Planung und gemeinsamer Verantwortung. Urbane Lebendigkeit entstehe nicht zufällig – Klagenfurt müsse aktiv „vibrant“ gemacht werden, das passiere nicht „by accident“. Vibrante Nachtökonomie entsteht nicht by accident. Es braucht Innovation, Planung, kuratierte Angebote und starke Partnerschaften.

Konkret angesprochen wurde auch die aktuelle Situation nach Theater- oder Kinobesuchen: In vielen Fällen gebe es nach 21 Uhr kaum noch Möglichkeiten, essen oder trinken zu gehen. Die Hafenstadt wurde dabei explizit als eine der wenigen verbliebenen Adressen genannt, die auch zu später Stunde ein gastronomisches Angebot aufrechterhält.

Fazit des Abends:
Klagenfurt muss vibrant werden – Schritt für Schritt. Das passiert nicht zufällig. Das braucht Haltung, Energie – und gemeinsames Dranbleiben.

„Vibrant, night-time economies do not happen by accident.“

„Innovation, curation, planning and partnership are all key elements to creating a destination that can delight users after dark.“

Quelle: ATCM – Purple Flag: Excellence in the Evening and Night-Time Economy (Online).
Verfügbar unter: https://www.atcm.org/purple-flag


02. Dezember 2025 | 19 Uhr | Thema: Klagenfurt 2030: Wie die Koralmbahn unsere Wege, Räume und Chancen verändert…

Es diskutierten:

    1. Ronald Rabitsch, Vizebürgermeister, Referent Stadtplanung
    2. Univ.Prof. Dr. Ada Pellert  – Rektorin der Alpen Adria Universität Klagenfurt
    3. Inga Horny – Geschäftsführerin Klagenfurt Marketing GmbH
    4. Reinhard Wallner – Regionalmanager Personenverkehr der ÖBB

25. März 2025 | 19 Uhr | Thema: Neue Impulse für die Stadt. 

Es diskutierten:

    1. Eberhard Schrempf: Creative Industries Styria, Kulturmanager, Design-Stratege und Mitgestalter der UNESCO City of Design Graz
    2. Sigrid Prinz: Geschäftsführung Architekturhaus Klagenfurt
    3. Inga Horny: Geschäftsführerin Klagenfurt Marketing GmbH
    4. Constance Mochar: Klagenfurt Stadträtin