Forum für Stadtentwicklung.
Der Salon Lendhafen versteht sich als offenes Forum für Stadtentwicklung – ein Ort des Austauschs, der Ideen und des Dialogs über die Zukunft Klagenfurts.
In regelmäßigen Podiumsdiskussionen werden aktuelle und relevante Themen der Stadtgestaltung beleuchtet: von urbaner Lebensqualität über nachhaltige Mobilität bis hin zu Fragen der kulturellen Identität und Nutzung öffentlicher Räume.
Fachleute aus Architektur, Politik, Kultur und Zivilgesellschaft bringen dabei unterschiedliche Perspektiven ein und schaffen ein lebendiges Gesprächsklima, das über den Abend hinauswirkt.
Ziel ist es, neue Impulse für das städtische Miteinander zu setzen und den Lendhafen als Denkraum und Treffpunkt für eine reflektierte, zukunftsorientierte Stadtentwicklung zu etablieren.
Nächster Termin: Dienstag, 17.11.2026 – 19 Uhr, DOCK04_THEATER
Thema: Baukultur in Klagenfurt
VOM PHANTASTISCHEN ZUM MACHBAREN.
Ideen für Klagenfurt.
Di, 20.10.2026
Vom Phantastischen zum Machbaren: Klagenfurt hat Ideen. Und Menschen, die sie umsetzen wollen.
Mehr Mut, mehr Miteinander und mehr Lust auf Stadt. Beim Salon Lendhafen am 20. Oktober wurde im DOCK04_THEATER nicht nur über die Zukunft Klagenfurts diskutiert, sondern auch darüber, wie aus guten Ideen konkrete Veränderungen werden können.
Klagenfurt hat viel zu bieten. Eine historische Innenstadt, den Wörthersee vor der Haustür, die Nähe zu Bergen und Meer, eine lebendige Kulturszene und vor allem Menschen mit Ideen. Doch wie können wir dieses Potenzial noch besser nutzen? Was braucht es, damit die Stadt lebendiger, attraktiver und lebenswerter wird?
Unter dem Titel „Vom Phantastischen zum Machbaren – Ideen für Klagenfurt“ lud der Salon Lendhafen zum gemeinsamen Weiterdenken ein.
Auf dem Podium diskutierten Inga Horny (Klagenfurt Marketing), Johanna Steindl (Kulturaktivistin), Janos Juvan(Unternehmer und Politiker) und Reinhold Hofmeister (Unternehmer und Saloninhaber). Durch den Abend führte Michael Pontasch-Müller.
Und schnell wurde deutlich: An Ideen mangelt es Klagenfurt nicht. Vielmehr geht es darum, vorhandene Potenziale zu erkennen, Möglichkeiten zu verknüpfen und gemeinsam ins Tun zu kommen.
Klagenfurt kann mehr, als es manchmal selbst glaubt.
Ein Gedanke zog sich durch den Abend: Wir dürfen ruhig ein bisschen stolzer auf unsere Stadt sein.
Johanna Steindl betonte, wie viel in Klagenfurt bereits passiert und wie wichtig es sei, bestehende Initiativen und Veranstaltungen zu unterstützen. Denn hinter jedem kulturellen Angebot stecken Menschen, Zeit, Energie und Engagement. Wer hingeht, mitmacht oder einfach weitererzählt, trägt bereits zu einer lebendigeren Stadt bei. Gerade auch junge Menschen und Studierende stärker einzubinden, bleibt dabei eine wichtige Aufgabe.
Auch Reinhold Hofmeister plädierte für mehr Wertschätzung gegenüber der eigenen Stadt. Die geografische Lage zwischen Seen, Bergen und dem nahen Meer sei außergewöhnlich. Gleichzeitig wünschte er sich mehr Vielfalt im städtischen Angebot und neue Anlässe, zusammenzukommen.
Inga Horny hob das besondere Flair und das historische Erbe Klagenfurts hervor. Die Stadt vereine viele Facetten: Literaturstadt, Sportstadt, Seestadt und vieles mehr. Unterschiedliche Marken, aber eine gemeinsame Identität.
Janos Juvan erinnerte daran, dass Klagenfurt auch städtebaulich bereits Mut bewiesen hat – etwa als Vorreiter bei der Einführung einer Fußgängerzone in der Innenstadt.
Vielleicht beginnt Veränderung also auch damit, die eigene Stadt nicht ständig kleinzureden, sondern ihre Stärken sichtbarer zu machen.
Eine Stadt lebt von den Menschen, die sie nutzen.
Wie wird aus einer schönen Stadt eine lebendige Stadt?
Ein zentrales Thema war die Innenstadt: ihre Erreichbarkeit, ihre Angebote und vor allem ihre Funktion als sozialer Raum.
Inga Horny betonte die Bedeutung gut erreichbarer Parkmöglichkeiten für die Frequenz in der Innenstadt und sprach auch die Herausforderungen rund um die Lindwurmgarage an. Gleichzeitig wurde über den öffentlichen Verkehr, Radmobilität und neue Verbindungen zwischen Stadtteilen diskutiert.
Janos Juvan brachte die Idee ein, die 10.-Oktober-Straße stärker als attraktive Bewegungs- und Verbindungsachse in Richtung des neuen Stadtteils am Messegelände zu entwickeln. Als Inspiration nannte er die Neubaugasse in Wien, die sich zu einer lebendigen Einkaufsstraße entwickelt hat.
Auch beim öffentlichen Verkehr gab es unterschiedliche Perspektiven: Während Juvan eine stärkere Anbindung über den Busbahnhof am Hauptbahnhof anregte, sprach sich Horny für den Heiligengeistplatz als wichtigen innerstädtischen Verkehrsknoten aus.
Johanna Steindl wiederum plädierte dafür, die Stadt stärker aus der Perspektive von Radfahrenden und Fußgänger zu denken. Nicht nur das Ziel, sondern auch die Wege dazwischen sollten Aufenthaltsqualität bieten. Als konkrete Maßnahme nannte sie eine Ampellösung im Bereich der Steinernen Brücke.
Bei allen unterschiedlichen Zugängen bestand Einigkeit in einem wesentlichen Punkt:
Öffentlicher Raum ist mehr als Verkehrsfläche. Er ist Begegnungsraum, Treffpunkt und ein Stück gemeinsames Wohnzimmer.
Mehr Leben zwischen Sommer und Winter.
Wie wäre es mit einer Open-Air-Bühne am Lendhafen? Einem wiederbelebten Obstmarkt am Arthur-Lemisch-Platz? Oder einem festlichen Ball im Stadttheater?
Die Diskussion zeigte, wie vielfältig die Wünsche an eine lebendige Stadt sind.
Reinhold Hofmeister brachte die Idee einer Open-Air-Bühne am Lendhafen ein und wünschte sich wieder mehr gesellschaftliche Veranstaltungen, bei denen man sich auch einmal schick machen kann. Damit das Nachtleben für alle erreichbar wird, regte er außerdem einfache Nachtbusverbindungen von Nord nach Süd und von Ost nach West an.
Auch die Frage, wie Klagenfurt außerhalb der Sommermonate attraktiver werden kann, beschäftigte das Publikum.
Denn während die Stadt im Sommer mit See, Gastronomie und Veranstaltungen punktet, braucht es auch für Herbst und Winter attraktive Begegnungsorte und Angebote.
Eine winterliche Eislaufmöglichkeit für Kinder war ebenso Thema wie die stärkere Einbindung heimischer Sport- und Kulturvereine in innerstädtische Aktivitäten. Auch die bestehende Sportinfrastruktur rund um das Stadion könnte noch besser vernetzt und als eigenständiger Schwerpunkt sichtbar gemacht werden.
Moderator Michael Pontasch-Müller brachte die besondere Beziehung der Klagenfurter zu ihrer Stadt mit einem Augenzwinkern auf den Punkt:
„Wer Klagenfurt im Winter liebt, liebt Klagenfurt wirklich.“
Stadtentwicklung beginnt mit Beteiligung.
Besonders spannend wurde es dort, wo aus der Diskussion konkrete Ideen für mehr Mitgestaltung entstanden.
Aus dem Publikum kam der Wunsch nach niederschwelligen Möglichkeiten, sich aktiv in die Stadtentwicklung einzubringen. Als Vorbild wurde ein Wiener Beteiligungsbüro genannt, das Bürger bei der Umsetzung ihrer Ideen unterstützt.
Auch ein regelmäßiger runder Tisch in der Hafenstadt wurde angeregt: ein offener Ort, an dem Menschen auf Augenhöhe miteinander sprechen, Perspektiven austauschen und gemeinsam überlegen, wie das Zusammenleben in Klagenfurt gestaltet werden kann. Termin: Mo, 23.11. . 19 Uhr
Stadtentwicklung nicht nur von oben denken, sondern auch von unten ermöglichen.
Denn gute Ideen entstehen nicht ausschließlich in politischen Gremien oder Planungsbüros. Sie entstehen im Alltag, auf dem Weg zur Arbeit, beim Kaffee, beim Radfahren, beim Fortgehen oder im Gespräch mit anderen.
Und manchmal braucht es gar keine große Vision, sondern einfach Menschen, die anfangen.
Von der Ideenbox auf den Tisch der Stadtregierung.
Bereits vor einem Jahr hatte der Salon Lendhafen die Frage gestellt: Welche Ideen braucht Klagenfurt?
Die damalige Ideenbox füllte sich mit Wünschen, Vorschlägen, kleinen Interventionen und großen Zukunftsbildern.
Der aktuelle Salon knüpfte daran an und zeigte: Die Diskussion ist längst nicht abgeschlossen. Im Gegenteil.
Die bisherigen Vorschläge werden nun um die neuen Anregungen des Abends erweitert, gesammelt und der Stadtregierung vorgelegt.
Damit aus Gedanken vielleicht schon bald erste konkrete Schritte werden.
Mehr Mut. Mehr Miteinander. Mehr Machen.
Was bleibt von diesem Abend?
Die Erkenntnis, dass Klagenfurt unglaublich viel Potenzial hat. Dass unterschiedliche Meinungen eine Diskussion bereichern. Und dass es Menschen braucht, die nicht nur darüber sprechen, was fehlt, sondern auch bereit sind, etwas zu bewegen.
Genau dafür gibt es den Salon Lendhafen: als offenes Forum für Stadtentwicklung, als Raum für unterschiedliche Perspektiven und als Einladung, die Zukunft unserer Stadt gemeinsam zu gestalten.
Danke an unsere Podiumsgäste, an Michael Pontasch-Müller für die Moderation und an alle, die mitdiskutiert, zugehört und ihre Ideen eingebracht haben.
Denn eine Stadt verändert sich nicht von allein. Sondern durch Menschen, die etwas bewegen wollen.
Hier findet Stadt statt.
Es diskutieren:
Inga Horny – Geschäftsführung Klagenfurt Marketing
Johanna Steindl – Kulturaktivistin
Janos Juvan – Unternehmer und Politiker
Reinhold Hofmeister – Unternehmer und Saloninhaber
Moderation: Michael Pontasch-Müller


