Salon
Lendhafen.

 

Forum für Stadtentwicklung.

Der Salon Lendhafen versteht sich als offenes Forum für Stadtentwicklung – ein Ort des Austauschs, der Ideen und des Dialogs über die Zukunft Klagenfurts.

In regelmäßigen Podiumsdiskussionen werden aktuelle und relevante Themen der Stadtgestaltung beleuchtet: von urbaner Lebensqualität über nachhaltige Mobilität bis hin zu Fragen der kulturellen Identität und Nutzung öffentlicher Räume.

Fachleute aus Architektur, Politik, Kultur und Zivilgesellschaft bringen dabei unterschiedliche Perspektiven ein und schaffen ein lebendiges Gesprächsklima, das über den Abend hinauswirkt.

Ziel ist es, neue Impulse für das städtische Miteinander zu setzen und den Lendhafen als Denkraum und Treffpunkt für eine reflektierte, zukunftsorientierte Stadtentwicklung zu etablieren.


Nächster Termin: Dienstag, 17.11.2026 – 19 Uhr, DOCK04_THEATER
Thema: Baukultur in Klagenfurt


VOM PHANTASTISCHEN ZUM MACHBAREN.

Ideen für Klagenfurt.

Di, 20.10.2026

Vom Phantastischen zum Machbaren: Klagenfurt hat Ideen. Und Menschen, die sie umsetzen wollen.

Mehr Mut, mehr Miteinander und mehr Lust auf Stadt. Beim Salon Lendhafen am 20. Oktober wurde im DOCK04_THEATER nicht nur über die Zukunft Klagenfurts diskutiert, sondern auch darüber, wie aus guten Ideen konkrete Veränderungen werden können.

Klagenfurt hat viel zu bieten. Eine historische Innenstadt, den Wörthersee vor der Haustür, die Nähe zu Bergen und Meer, eine lebendige Kulturszene und vor allem Menschen mit Ideen. Doch wie können wir dieses Potenzial noch besser nutzen? Was braucht es, damit die Stadt lebendiger, attraktiver und lebenswerter wird?

Unter dem Titel „Vom Phantastischen zum Machbaren – Ideen für Klagenfurt“ lud der Salon Lendhafen zum gemeinsamen Weiterdenken ein.

Auf dem Podium diskutierten Inga Horny (Klagenfurt Marketing), Johanna Steindl (Kulturaktivistin), Janos Juvan(Unternehmer und Politiker) und Reinhold Hofmeister (Unternehmer und Saloninhaber). Durch den Abend führte Michael Pontasch-Müller.

Und schnell wurde deutlich: An Ideen mangelt es Klagenfurt nicht. Vielmehr geht es darum, vorhandene Potenziale zu erkennen, Möglichkeiten zu verknüpfen und gemeinsam ins Tun zu kommen.

Klagenfurt kann mehr, als es manchmal selbst glaubt.

Ein Gedanke zog sich durch den Abend: Wir dürfen ruhig ein bisschen stolzer auf unsere Stadt sein.

Johanna Steindl betonte, wie viel in Klagenfurt bereits passiert und wie wichtig es sei, bestehende Initiativen und Veranstaltungen zu unterstützen. Denn hinter jedem kulturellen Angebot stecken Menschen, Zeit, Energie und Engagement. Wer hingeht, mitmacht oder einfach weitererzählt, trägt bereits zu einer lebendigeren Stadt bei. Gerade auch junge Menschen und Studierende stärker einzubinden, bleibt dabei eine wichtige Aufgabe.

Auch Reinhold Hofmeister plädierte für mehr Wertschätzung gegenüber der eigenen Stadt. Die geografische Lage zwischen Seen, Bergen und dem nahen Meer sei außergewöhnlich. Gleichzeitig wünschte er sich mehr Vielfalt im städtischen Angebot und neue Anlässe, zusammenzukommen.

Inga Horny hob das besondere Flair und das historische Erbe Klagenfurts hervor. Die Stadt vereine viele Facetten: Literaturstadt, Sportstadt, Seestadt und vieles mehr. Unterschiedliche Marken, aber eine gemeinsame Identität.

Janos Juvan erinnerte daran, dass Klagenfurt auch städtebaulich bereits Mut bewiesen hat – etwa als Vorreiter bei der Einführung einer Fußgängerzone in der Innenstadt.

Vielleicht beginnt Veränderung also auch damit, die eigene Stadt nicht ständig kleinzureden, sondern ihre Stärken sichtbarer zu machen.

Eine Stadt lebt von den Menschen, die sie nutzen.

Wie wird aus einer schönen Stadt eine lebendige Stadt?

Ein zentrales Thema war die Innenstadt: ihre Erreichbarkeit, ihre Angebote und vor allem ihre Funktion als sozialer Raum.

Inga Horny betonte die Bedeutung gut erreichbarer Parkmöglichkeiten für die Frequenz in der Innenstadt und sprach auch die Herausforderungen rund um die Lindwurmgarage an. Gleichzeitig wurde über den öffentlichen Verkehr, Radmobilität und neue Verbindungen zwischen Stadtteilen diskutiert.

Janos Juvan brachte die Idee ein, die 10.-Oktober-Straße stärker als attraktive Bewegungs- und Verbindungsachse in Richtung des neuen Stadtteils am Messegelände zu entwickeln. Als Inspiration nannte er die Neubaugasse in Wien, die sich zu einer lebendigen Einkaufsstraße entwickelt hat.

Auch beim öffentlichen Verkehr gab es unterschiedliche Perspektiven: Während Juvan eine stärkere Anbindung über den Busbahnhof am Hauptbahnhof anregte, sprach sich Horny für den Heiligengeistplatz als wichtigen innerstädtischen Verkehrsknoten aus.

Johanna Steindl wiederum plädierte dafür, die Stadt stärker aus der Perspektive von Radfahrenden und Fußgänger zu denken. Nicht nur das Ziel, sondern auch die Wege dazwischen sollten Aufenthaltsqualität bieten. Als konkrete Maßnahme nannte sie eine Ampellösung im Bereich der Steinernen Brücke.

Bei allen unterschiedlichen Zugängen bestand Einigkeit in einem wesentlichen Punkt:

Öffentlicher Raum ist mehr als Verkehrsfläche. Er ist Begegnungsraum, Treffpunkt und ein Stück gemeinsames Wohnzimmer.

Mehr Leben zwischen Sommer und Winter.

Wie wäre es mit einer Open-Air-Bühne am Lendhafen? Einem wiederbelebten Obstmarkt am Arthur-Lemisch-Platz? Oder einem festlichen Ball im Stadttheater?

Die Diskussion zeigte, wie vielfältig die Wünsche an eine lebendige Stadt sind.

Reinhold Hofmeister brachte die Idee einer Open-Air-Bühne am Lendhafen ein und wünschte sich wieder mehr gesellschaftliche Veranstaltungen, bei denen man sich auch einmal schick machen kann. Damit das Nachtleben für alle erreichbar wird, regte er außerdem einfache Nachtbusverbindungen von Nord nach Süd und von Ost nach West an.

Auch die Frage, wie Klagenfurt außerhalb der Sommermonate attraktiver werden kann, beschäftigte das Publikum.

Denn während die Stadt im Sommer mit See, Gastronomie und Veranstaltungen punktet, braucht es auch für Herbst und Winter attraktive Begegnungsorte und Angebote.

Eine winterliche Eislaufmöglichkeit für Kinder war ebenso Thema wie die stärkere Einbindung heimischer Sport- und Kulturvereine in innerstädtische Aktivitäten. Auch die bestehende Sportinfrastruktur rund um das Stadion könnte noch besser vernetzt und als eigenständiger Schwerpunkt sichtbar gemacht werden.

Moderator Michael Pontasch-Müller brachte die besondere Beziehung der Klagenfurter zu ihrer Stadt mit einem Augenzwinkern auf den Punkt:

„Wer Klagenfurt im Winter liebt, liebt Klagenfurt wirklich.“

Stadtentwicklung beginnt mit Beteiligung.

Besonders spannend wurde es dort, wo aus der Diskussion konkrete Ideen für mehr Mitgestaltung entstanden.

Aus dem Publikum kam der Wunsch nach niederschwelligen Möglichkeiten, sich aktiv in die Stadtentwicklung einzubringen. Als Vorbild wurde ein Wiener Beteiligungsbüro genannt, das Bürger bei der Umsetzung ihrer Ideen unterstützt.

Auch ein regelmäßiger runder Tisch in der Hafenstadt wurde angeregt: ein offener Ort, an dem Menschen auf Augenhöhe miteinander sprechen, Perspektiven austauschen und gemeinsam überlegen, wie das Zusammenleben in Klagenfurt gestaltet werden kann. Termin: Mo, 23.11. . 19 Uhr

Stadtentwicklung nicht nur von oben denken, sondern auch von unten ermöglichen.

Denn gute Ideen entstehen nicht ausschließlich in politischen Gremien oder Planungsbüros. Sie entstehen im Alltag, auf dem Weg zur Arbeit, beim Kaffee, beim Radfahren, beim Fortgehen oder im Gespräch mit anderen.

Und manchmal braucht es gar keine große Vision, sondern einfach Menschen, die anfangen.

Von der Ideenbox auf den Tisch der Stadtregierung.

Bereits vor einem Jahr hatte der Salon Lendhafen die Frage gestellt: Welche Ideen braucht Klagenfurt?

Die damalige Ideenbox füllte sich mit Wünschen, Vorschlägen, kleinen Interventionen und großen Zukunftsbildern.

Der aktuelle Salon knüpfte daran an und zeigte: Die Diskussion ist längst nicht abgeschlossen. Im Gegenteil.

Die bisherigen Vorschläge werden nun um die neuen Anregungen des Abends erweitert, gesammelt und der Stadtregierung vorgelegt.

Damit aus Gedanken vielleicht schon bald erste konkrete Schritte werden.

Mehr Mut. Mehr Miteinander. Mehr Machen.

Was bleibt von diesem Abend?

Die Erkenntnis, dass Klagenfurt unglaublich viel Potenzial hat. Dass unterschiedliche Meinungen eine Diskussion bereichern. Und dass es Menschen braucht, die nicht nur darüber sprechen, was fehlt, sondern auch bereit sind, etwas zu bewegen.

Genau dafür gibt es den Salon Lendhafen: als offenes Forum für Stadtentwicklung, als Raum für unterschiedliche Perspektiven und als Einladung, die Zukunft unserer Stadt gemeinsam zu gestalten.

Danke an unsere Podiumsgäste, an Michael Pontasch-Müller für die Moderation und an alle, die mitdiskutiert, zugehört und ihre Ideen eingebracht haben.

Denn eine Stadt verändert sich nicht von allein. Sondern durch Menschen, die etwas bewegen wollen.

Hier findet Stadt statt.

Es diskutieren: 

Inga Horny – Geschäftsführung Klagenfurt Marketing 
Johanna Steindl – Kulturaktivistin
Janos Juvan – Unternehmer und Politiker 
Reinhold Hofmeister – Unternehmer und Saloninhaber 

Moderation: Michael Pontasch-Müller

Utopien für Klagenfurt
Was. Wenn die Stadt alles sein könnte?

Moderation: Michael Pontasch

Es diskutierten:

  • Ulli Sturm – Kuratorin & Kunstexpertin, Kunstbüro Sturm
  • Melanie Sass-Schweigreiter – Marketing & Events, Tourismusverband Klagenfurt am Wörthersee
  • Christoph Abel – Architekt, Abel & Abel Architektur
  • Daniel Pipal – Director of Agency Operations – stoff agency
  • Gerhard Fresacher – Künstler, Bühnenbildner und Regisseur

Ein Abend für Gedanken, Visionen und die Frage: Was könnte Klagenfurt sein, wenn alles möglich wäre?

Der Abend ist zugleich Auftakt des Kulturzyklus PHANTASTISCHES KLAGENFURT. Die Ideen bleiben nicht im Raum: Gerhard Fresacher übersetzt ausgewählte Gedanken in seine Installation „Dark City – Things to Come / Es findet nichts Stadt“. Aus der Diskussion entsteht ein haptisches Modell möglicher Versionen von Klagenfurt, das bei der Langen Nacht der Museen öffentlich präsentiert wird.

Gesprächsbericht 23.09.2026: 

Was. Wenn die Stadt alles sein könnte?

Am 23.09.2026 wurde im SALON LENDHAFEN nicht darüber gesprochen, was Klagenfurt ein bisschen besser machen könnte. Sondern darüber, was möglich wäre, wenn man größer denkt.

Ausgangspunkt war eine Geschichte über die Villa for Forest – ein Kunstprojekt, das einst von außen nach Klagenfurt kam, für Diskussionen sorgte und die Stadt sogar international in die Medien brachte. Die Frage dahinter: Warum braucht es manchmal jemanden von außen, um etwas in Bewegung zu bringen? Und trauen wir uns selbst genug zu?

Die Antwort des Abends war ziemlich eindeutig: Mehr Mut. Mehr Vision. Mehr machen.

Christoph Abel sprach darüber, dass auf ein erstes Nein nicht zwangsläufig das Ende folgen muss. Oft beginnt Veränderung mit einer Utopie – und damit, für eine Idee wirklich zu brennen.

Melanie Sass-Schweigreiter blickte aus touristischer Perspektive positiv auf Klagenfurt: Kultur, Kulinarik, Natur und Begegnungsräume sind große Potenziale der Stadt. Gleichzeitig gibt es konkrete Ideen für mehr Grün und neue öffentliche Räume – etwa die Vision einer grüneren Bahnhofstraße.

Daniel Pipal erinnerte an die „Woche der Begegnung“ im Europapark und stellte die Frage, was aus bestehenden Orten und Strukturen werden könnte. Warum nicht Leerstände, den Messepark oder vorhandene Kunst stärker nutzen? Warum nicht Klagenfurt zu einer Mehrgenerationen-Stadt voller Kultur und Begegnung machen?

Ulli Sturm plädierte für mehr zeitgemäße Kunst im öffentlichen Raum, Begegnungszonen, autofreie Bereiche und ein Mehrsparten-Kulturhaus. Eine Stadt, die nicht nur verwaltet, was da ist, sondern Kultur aktiv ermöglicht.

Und Gerhard Fresacher brachte eine unbequeme, aber wichtige Frage auf den Tisch: Wie kann es sein, dass in Klagenfurt tausende Wohnungen leer stehen, während gleichzeitig Wohnraum fehlt? Auch der Lendkanal wurde zur großen Vision: eine Verbindung vom See über die Stadt bis zum Bahnhof.

Und es wurde richtig utopisch.

Eine Seilbahn durch Klagenfurt.
Eine Highline über der Stadt.
Ein schwimmendes Kongresszentrum.
Ein Wassertaxi vom Bahnhof zum See.
Ein verlängerter Lendkanal bis zum Heiligengeistplatz und Bahnhof.

Auch aus dem Publikum und unserer Instagram-Community kamen zahlreiche Ideen: ein stadtgeschichtliches Museum, ein Schurkenmuseum, ein Kletterturm im Schillerpark, ein Skaterpark im Goethepark, Probierräume für Jugendliche, mehr Unterstützung für die queere Szene, neue Nutzungen für leerstehende Flächen, eine schwimmende Bibliothek, Holzstege entlang des Lendkanals, ein Bootsverleih zwischen Stadt und See oder sogar ein Hallenbad mitten in der Stadt.

Nicht jede Utopie muss morgen gebaut werden.
Aber jede Veränderung beginnt damit, dass jemand sie ausspricht.

Die Diskussion hat gezeigt: Klagenfurt hat Ideen. Klagenfurt hat Menschen, die etwas bewegen wollen. Was es braucht, ist der Mut, diesen Ideen Raum zu geben – und den Willen, aus Visionen irgendwann Realität werden zu lassen.

Denn Konzeption ist das eine. Umsetzung das andere. Oder, um es mit einem Satz des Abends zu sagen:

Nothing grows in the comfort zone.

Danke an alle, die mitgedacht, diskutiert, widersprochen, fantasiert und neue Perspektiven eingebracht haben.

Die Utopien bleiben übrigens nicht im Raum:

Gerhard Fresacher übersetzt ausgewählte Ideen aus dem Salon in seine Installation „Dark City – Things to Come / Es findet nichts Stadt“.

INFOS AUSSTELLUNG.

Die Stadt ist nicht fertig.
Und vielleicht ist genau das ihre größte Chance.

21. April 2026: Thema: „Eine Achse, drei Mentalitäten“ – Wien, Graz, Klagenfurt im Vergleich 

Im Fokus stehen Fragen wie:

  • Wie unterschiedlich ticken Wien, Graz und Klagenfurt?
  • Zwischen Größe, Szene und Selbstbild: Wer inspiriert wen?
  • Drei Städte, drei Zugänge – was bringt sie weiter zusammen, und was trennt sie bewusst?
  • Welche Ideen aus Wien und Graz lassen sich in Klagenfurt weiterdenken – und wo braucht es eigene Antworten statt Vorbilder?
  • Wie unterschiedlich gehen Wien, Graz und Klagenfurt mit Kultur und Stadtentwicklung um – und was können sie voneinander abschauen?
  • Welche Rolle spielt die Koralmbahn für Wien, Graz und Klagenfurt – und wie können die Städte diese neue Verbindung für sich und gemeinsam nutzen?

Gesprächsbericht: Salon Lendhafen, 21.04.2026

Im Rahmen des Südbahn Sound Festivals, bei dem Acts aus Wien, Graz und Klagenfurt in der Hafenstadt auftreten, wurde auch das Diskussionsthema darauf abgestimmt:

Thema: „Eine Achse, drei Mentalitäten“ – Wien, Graz, Klagenfurt im Vergleich
Was können diese Städte voneinander lernen – und was ganz bewusst nicht?

Der Salon Lendhafen brachte Stimmen aus Wien, Graz und Klagenfurt auf das Podium – mit einer klaren

Frage:
Wie entsteht lebendige Stadt durch Kultur, Nachtleben und kluge Rahmenbedingungen?

Es diskutieren:

Martina Brunner – Geschäftsführung Vienna Club Commission, Wien
Schnittstelle zwischen Clubkultur, Verwaltung und Politik für die Stadt Wien

Christina Breuß-Vaterl – Geschäftsführung Radio Soundportal und PPC, Graz
Expertin von Medien, Szene und Unternehmertum zwischen Radio und Clubbetrieb
Martina Karulle – stoff agency / ehem. Leitung Kommunikation Stadtmarketing Klagenfurt
Expertin von Stadt, Marke und Kommunikation

Dietmar Tschmelak – Geschäftsführung / Programmleitung Radio Soundportal und Booking PPC, Graz
Head of Booking,  Experte der Szene und Live-Kultur in Graz

Was wir gelernt haben: 

  1. Struktur schafft Szene
    In Wien zeigt die Vienna Club Commission, wie es gehen kann: mit klaren Budgets, Fokusgruppen und konkreten Tools – von Leitfäden bis zur Entbürokratisierung von Clubauflagen. Kultur wird hier aktiv mitgedacht und vernetzt, nicht nur verwaltet.
  1. Kultur als Motor für Stadtentwicklung
    Graz profitiert bis heute vom Impuls der Kulturhauptstadt Graz 2003. Orte wie das P.P.C. zeigen, wie sich aus initialen Investitionen nachhaltige Szenen entwickeln können – getragen von Medien, Publikum und Programm.
  1. Neue Mobilität = neue Möglichkeiten
    Mit der Koralmbahn rücken Städte näher zusammen. Konzert oder Kultur erleben in Graz, schlafen in Klagenfurt? Und umgekehrt. Absolut tealistisch. Kultur wird regionaler – und gleichzeitig vernetzter.
  1. Innenstadt im Umbruch
    Leerstände, Abwanderung des Handels und wenig Bewohner:innen prägen auch Klagenfurt. Gleichzeitig liegt darin Potenzial: Zwischennutzungen, neue Formate, kreative Aktivierung. Beispiele aus Wien (z. B. St. Marx) zeigen, wie temporäre Nutzung neue Dynamik erzeugen kann.
  1. Konsum verändert sich
    Post-Covid zeigt sich ein neues Ausgehverhalten. Gleichzeitig entstehen Ideen für Modelle wie ein „Kultureuro“, bei dem ein kleiner Beitrag direkt zurück in die Szene fließt – ein spannender Ansatz für nachhaltige Kulturperspektiven.

Und Klagenfurt?

Die klare Haltung des Abends:
Klagenfurt muss sich nicht verstecken.

Was es braucht:

  • mehr Vernetzung
  • mehr Kooperation
  • mehr Mut zur Strategie

Und: eine Politik, die nicht nur entscheidet, sondern mitentwickelt.

Die Stadt ist da. Die Szene auch. Jetzt geht es ums Verbinden.

3. März 2026: Thema: „Der Magistrat – dein Feind und Helfer“

Im Fokus stehen Fragen wie:

  • Wie viel Spielraum gibt es innerhalb gesetzlicher Rahmenbedingungen?
  • Wo entstehen Reibungen zwischen Verwaltung und Stadtmacher:innen?
  • Welche Mentalitäten, Routinen und Haftungssorgen prägen Entscheidungen?
  • Und wie kann Verwaltung aktiv Stadtentwicklung mitgestalten?

Es diskutierten:

Julian Geier – Stadtrat Referat Wirtschaft & Tourismus

Ronald Rabitsch – Vizebürgermeister, Referent Stadtplanung

Valentin „Mogli“ Pezzei –  Obmann & Organisator „Urban Playground“

Marco-William Ninaus – Teamleiter Regionalredaktion Klagenfurt 


Gesprächsbericht: SALON LENDHAFEN – „Der Magistrat: Dein Feind und Helfer?“

Am 3. März 2026 wurde das DOCK04_THEATER in der Hafenstadt zur Bühne für eine intensive Debatte über Verwaltung, Politik und die Zukunft von Klagenfurt. Unter der Moderation von Michael Pontasch diskutierten Julian Geier, Marco-William Ninaus, Valentin „Mogli“ Pezzei und Ronald Rabitsch über das Spannungsfeld zwischen Magistrat, Politik und Stadtmacher:innen.

Bedauerlicherweise konnte trotz Einladung keine Vertretung des Magistrats für das Podium gewonnen werden.

Verwaltung zwischen Anspruch und Realität

Ronald Rabitsch bezeichnete den Magistrat eingangs als „Kulturproblem“. Es brauche einen grundlegenden Wandel – weg vom Verhindern, hin zum Ermöglichen. Die Politik müsse klare Richtungen vorgeben, denn ohne Führung entstehe Stillstand. Gleichzeitig verwies er darauf, dass 90 Prozent der Mitarbeitenden engagiert und fleißig seien, jedoch fehlende Rückendeckung und Haftungsängste Entscheidungen lähmen würden.

Julian Geier ergänzte, dass es oft an gemeinsamer Zeit und strukturiertem Austausch fehle. Viele Abteilungsleiter:innen hätten gute Ideen, doch Prozesse seien zu schwerfällig. Ein Ampelsystem zur transparenten Projektbewertung könne Außenstehenden helfen, Klarheit zu schaffen.

Bürokratie und fehlende Transparenz

Ein zentrales Thema war die Überreglementierung. Für eine einzelne Veranstaltung im Lendhafen seien bis zu sieben oder acht Behördenwege notwendig – ein Sinnbild für ausufernde Bürokratie.

Rabitsch fordert ein digitales Trackingsystem, das Verfahren transparent macht und Zuständigkeiten klar sichtbar abbildet. Ergänzend brauche es eine Servicebroschüre oder einen Leitfaden: Wer ist wofür zuständig? An wen kann ich mich mit welchem Anliegen wenden?

Einigkeit bestand darin, dass es eine „EINE Stimme nach außen“ brauche – insbesondere für jene, die mit der Verwaltung arbeiten müssen.

Strukturreform und politische Verantwortung

Diskutiert wurde auch die geplante Strukturreform im Magistrat: Eine Reduktion von 22 auf 12 Referate liegt vor, ist jedoch noch nicht beschlossen. Laut Diskussion fehle bislang die politische Zustimmung großer Fraktionen. Eine Umsetzung sei noch heuer geplant.

Rabitsch brachte es pointiert auf den Punkt: „Politik vergeht, Beamtenschaft besteht.“ Gerade deshalb brauche es eine starke politische Führung, die Kurs vorgibt, und eine Verwaltung, die diesen Weg aktiv mitgestaltet.

Kritik an Politik und öffentlicher Wahrnehmung

Valentin „Mogli“ Pezzei kritisierte das gegenseitige Zuschieben von Verantwortung zwischen Politik und Magistrat. Marco Ninaus stellte provokant fest, dass in der Stadt „niemand regiere“ – ein Ausdruck wahrgenommener Führungslosigkeit. Zudem bleibe öffentliche Wahrnehmung häufig an negativen Schlagzeilen hängen, während Potenziale untergehen.

Der Tenor: Klagenfurt verkauft sich unter Wert. Statt Chancen zu nutzen, leide man an einer Art „Inventionitis“ – Probleme würden produziert, statt Lösungen zu ermöglichen.

Identität und Leitidee für Klagenfurt

Aus dem Publikum kam die Frage nach der Identität der Stadt: Wofür steht Klagenfurt? Sportstadt? Kulturstadt? Universitätsstadt? Jugendstadt?

Die Diskussion zeigte: Es fehlt eine klare Leitidee, ein gemeinsames Zielbild. Wo will die Stadt hin? Was wollen wir bewirken? Und wie erreichen wir das?

Gleichzeitig wurde betont, dass man sich schlechter mache, als man sei. Klagenfurt sei bunt, vielfältig und voller Potenzial.

Kulturwandel als Schlüssel

Am Ende stand Einigkeit über die Notwendigkeit eines Kulturwandels:
Mehr Mut. Mehr Stolz. Mehr Gestaltungswille.

Es brauche eine Verwaltung, die gestaltend arbeitet – nicht nur verwaltet. Eine politische Spitze, die Richtung vorgibt. Und einen organisierten Austausch zwischen Abteilungen mit unterschiedlichen Interessen.

Julian Geier betonte, dass die Menschen stolz auf Klagenfurt sein sollen und gemeinsam an der Stadt arbeiten möchten. Mogli brachte es emotional auf den Punkt: „Klagenfurt ist die geilste Stadt!“

Der Abend endete versöhnlich – mit dem gemeinsamen Willen, die Stadt nicht länger unter Wert zu verkaufen, sondern sie selbstbewusst zu gestalten.

ZUM REINHÖREN.

Podcast by Blue Bay Studios.

27. Januar 2026 | 19 Uhr | Thema: Life after dusk. Wie viel Nacht verträgt diese Stadt?

  • Kultur, Clubszene, Kino, Flanieren – Schließt Klagenfurt um NEUN?
  • Wieviel qualitative Unterhaltung nach Sonnenuntergang erlaubt die Stadt ihren Bürger:innen?
  • Die Qualität der Nacht ist ein zentraler Indikator urbaner Qualität.
  • Nachtökonomie ist Wirtschaftsfaktor, Kulturraum und Konfliktzone zugleich. Vergeigen wir die Hälfte des Tages?
  • … den Jungen, den Bürger:innen, den Anrainer:innen? – Wem gehört die Nacht?

Nachtqualität ist Standortqualität! Städte ohne attraktive Nacht verlieren ihre Attraktivität, Tourist:innen,Talente und ihre Jungen!

Städte wie Amsterdam, Berlin oder Zürich werden international nicht nur wegen ihres Nachtlebens wahrgenommen, sondern wegen ihrer bewussten Steuerung der Nacht.

Im Salon Lendhafen diskutieren wir, was eine lebendige Nachtökonomie ausmacht und ob die Nacht gestaltet wird – oder bloß verwaltet.

Es diskutierten:

Julian Geier – Stadtrat Referat Wirtschaft & Tourismus

Victoria Pucher – Vorsitzende der ÖH Klagenfurt

Karin Rauter – Gastronomin, Veranstalterin und 3-fache Mutter

Robert Schabus –  Filme- und Kinomacher

Moderation: Michael Pontasch

DOCK04_THEATER. | Eintritt frei.

Nachbericht:

Salon Lendhafen – Podiumsdiskussion „Life after dusk. Wie viel Nacht verträgt diese Stadt?“
27. Jänner 2026 | Hafenstadt DOCK04_THEATER

Im Rahmen des Salon Lendhafen wurde die Qualität der Stadt Klagenfurt nach Einbruch der Dunkelheit intensiv diskutiert. Ausgangspunkt war die zentrale Frage, welche Rolle Nachtkultur, Gastronomie und kulturelles Angebot für eine Stadt mit rund 105.000 Einwohner:innen spielen – und welche strukturellen Voraussetzungen notwendig sind, um urbanes Leben auch nachts zu ermöglichen.

Ein zentrales Ergebnis der Diskussion war die klare Feststellung, dass eine Stadt wie Klagenfurt qualitatives Entertainment in der Nacht benötigt. Nachtkultur wurde dabei nicht als Luxus oder Randthema verstanden, sondern als wesentlicher Bestandteil urbaner Lebensqualität und als eigenständiger Wirtschaftszweig. Kultur wirkt als Motor für das nächtliche Stadtleben und hat direkte Auswirkungen auf Gastronomie, Tourismus, Verkehr, Arbeitsplätze und die Attraktivität des Standorts insgesamt.

Mehrfach wurde betont, dass es künftig eine stärkere Vernetzung zwischen Kultur, Gastronomie und öffentlich zugänglichen Flächen braucht. Veranstaltungen, Orte und Akteur:innen müssten besser zusammengedacht werden, um nachhaltige Strukturen zu schaffen, anstatt auf Einzelinitiativen angewiesen zu sein.

Kritisch diskutiert wurde die Rolle der Verwaltung. Aus Sicht mehrerer Teilnehmer:innen fehle es aktuell an Wertschätzung und strategischer Unterstützung für Nachtkultur und urbane Initiativen. Statt Entwicklung werde häufig eine reine „Verwaltung des Niedergangs“ wahrgenommen. Daraus leitete sich der Wunsch nach klaren politischen und administrativen Zuständigkeiten ab – etwa in Form eines gemeinsamen Gremiums von Stadt und Land, das sich explizit mit Nachtökonomie, Kultur und Stadtentwicklung befasst.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Bedeutung der Studierenden für das urbane Leben. Sie wurden klar als relevanter Wirtschaftsfaktor und als Träger:innen von Kultur, Konsum und Innovation benannt. Gleichzeitig wurde festgestellt, dass die Kommunikation zwischen Stadt, Kulturszene und Studierenden deutlich ausbaufähig ist.

Mehrfach wurde die Notwendigkeit formuliert, klare Ziele für die Stadt zu definieren: Wo will Klagenfurt hin? Welche Art von Stadt möchte man sein – auch nachts? Ohne Zielbild und langfristige Perspektive sei keine nachhaltige Entwicklung möglich. Dabei brauche es Ausdauer, Energie und den Willen, Prozesse auch über längere Zeiträume konsequent zu verfolgen.

Ein eigenes Themenfeld war das fehlende Mindset für Nachtgastronomie und Nachtkultur. Ohne ein grundlegendes Verständnis dafür, dass Städte auch nachts leben müssen, könne keine Veränderung stattfinden. Konsens war: Ohne Kultur lebt die Stadt nicht.

Als mögliche Instrumente und Ideen wurden unter anderem genannt:

  • die Einführung eines Kultureuros nach dem Vorbild anderer Städte (z. B. Berlin),
  • die Einrichtung eines Night Commissioners oder eines Night Councils, der die Qualität der Nacht strategisch steuert,
  • freie Plakatflächen für junge Kultur- und Veranstaltungsszenen, um Sichtbarkeit niederschwellig zu ermöglichen.
  • die gezielte Nutzung bestehender Freiflächen und öffentlicher Infrastruktur – etwa des Europaparks – um neue kulturelle Formate im Stadtraum zu ermöglichen.

Ein wiederkehrendes Stichwort war Mut: Mut zu neuen Ideen, zu Kooperationen, zu langfristiger Planung und gemeinsamer Verantwortung. Urbane Lebendigkeit entstehe nicht zufällig – Klagenfurt müsse aktiv „vibrant“ gemacht werden, das passiere nicht „by accident“. Vibrante Nachtökonomie entsteht nicht by accident. Es braucht Innovation, Planung, kuratierte Angebote und starke Partnerschaften.

Konkret angesprochen wurde auch die aktuelle Situation nach Theater- oder Kinobesuchen: In vielen Fällen gebe es nach 21 Uhr kaum noch Möglichkeiten, essen oder trinken zu gehen. Die Hafenstadt wurde dabei explizit als eine der wenigen verbliebenen Adressen genannt, die auch zu später Stunde ein gastronomisches Angebot aufrechterhält.

Fazit des Abends:
Klagenfurt muss vibrant werden – Schritt für Schritt. Das passiert nicht zufällig. Das braucht Haltung, Energie – und gemeinsames Dranbleiben.

„Vibrant, night-time economies do not happen by accident.“

„Innovation, curation, planning and partnership are all key elements to creating a destination that can delight users after dark.“

Quelle: ATCM – Purple Flag: Excellence in the Evening and Night-Time Economy (Online).
Verfügbar unter: https://www.atcm.org/purple-flag


02. Dezember 2025 | 19 Uhr | Thema: Klagenfurt 2030: Wie die Koralmbahn unsere Wege, Räume und Chancen verändert…

Es diskutierten:

    1. Ronald Rabitsch, Vizebürgermeister, Referent Stadtplanung
    2. Univ.Prof. Dr. Ada Pellert  – Rektorin der Alpen Adria Universität Klagenfurt
    3. Inga Horny – Geschäftsführerin Klagenfurt Marketing GmbH
    4. Reinhard Wallner – Regionalmanager Personenverkehr der ÖBB

25. März 2025 | 19 Uhr | Thema: Neue Impulse für die Stadt. 

Es diskutierten:

    1. Eberhard Schrempf: Creative Industries Styria, Kulturmanager, Design-Stratege und Mitgestalter der UNESCO City of Design Graz
    2. Sigrid Prinz: Geschäftsführung Architekturhaus Klagenfurt
    3. Inga Horny: Geschäftsführerin Klagenfurt Marketing GmbH
    4. Constance Mochar: Klagenfurt Stadträtin